09.01.2017 NEW Kia Stinger

So scharf ist der Kia Stinger

Im Wortsinn große Überraschung: Kia zeigt in Detroit den Stinger, eine imposante Sport-Limousine mit bis zu 370 PS. AUTO BILD ist ihn bereits gefahren.

Vorstellung: Ein Auto, das es von Kia noch nicht gegeben hat

So scharf ist der Kia GT

Die Koreaner selbst sprechen beim Stinger gern von einem Gran Turismo.

Kia? Da denken doch viele immer noch an Billigheimer, genügsame Kleine oder brave Kompakte. Doch die Zeiten sind längst vorbei, die Koreaner bauen inzwischen sympathische Autos wie den witzigen kleinen Van Soul und den äußerst ansehnlichen Kompakt-SUV Sportage. Oder auch den Golf-Konkurrenten cee'd, der den harten AUTO BILD-Dauertest souverän als einer der besten absolvierte. Endgültig aufmerken dürften alle Skeptiker jedoch beim Anblick dieses neuen Autos: Stinger heißt die beeindruckende Sport-Limousine, die Koreaner selbst sprechen gern von einem Gran Turismo. Ein Auto, das es so von Kia noch nicht gegeben hat.

Stattliche 4,83 Meter lang, 1,87 breit und 1,40 flach. Vorn mit dem inzwischen Kia-typischen "Tiger-Nose"-Grill, hier in einer besonders breiten, flachen Variante, großen Lufteinlässen und auffälligen LED-Scheinwerfern. Dann folgen eine laaange Motorhaube, eine eingezogene Flanke mit Luft-Auslässen, 19-Zoll-Räder und ein flacher, Coupé-artiger Aufbau mit großer Heckklappe. Hinten gibt es einen erstaunlich langen Überhang und ein wuchtiges Heck mit zwei fetten Doppel-Endrohren. Ein imposanter Auftritt.

So scharf ist der Kia GT

Stinger kommt vom englischen Sting und bedeutet Stachel.

Auf der IAA 2011 hatte Kia den GT gezeigt, eine sehr ähnlich aussehende Studie mit gegenläufig öffnenden Türen. "Auf den GT haben wir unglaublich viel positive Resonanz bekommen", sagt Kia-Designchef Peter Schreyer, "für die Serie wollten wir so nah wie möglich am Showcar bleiben." Gut, die Türen sind weg, aber sonst: Gelungen! Stinger kommt von Sting, englisch für Stachel. Und zum Stachel im Fleisch der Etablierten, wie Audi A5 Sportback und BMW 4er Gran Coupé, könnte er in dieser Form tatsächlich werden. Die Produktion startet in der zweiten Jahreshälfte 2017 und der Verkauf gegen Ende des Jahres. Preislich wird der GT bei rund 35.000 Euro liegen.

Interieur: Man soll sich wie in einem Kokon fühlen

So scharf ist der Kia GT

Das hohe Armaturenbrett verläuft streng horizontal und wird nur vom mittigen Touchscreen unterbrochen.

Die Idee hinter der Gestaltung des tiefliegenden Innenraums ist, dass man sich wie in einem Kokon fühlen soll. Das hohe Armaturenbrett verläuft streng horizontal und wird nur vom mittigen Touchscreen unterbrochen. Das schmale Dreispeichen-Lenkrad mit Schaltwippen greift wieder den sportlichen Aspekt auf, für den Komfort ist es allerdings mit verschiedenen Funktionstasten belegt. Die Mittelkonsole teilt sich in zwei Bereiche: Der obere Teil dient der Steuerung des Infotainments, darunter sind die Knöpfe für die Klimaanlage und die Lüftungseinstellung angebracht.

Fahren: Kräftiger Antritt und ausgewogene Balance

So scharf ist der Kia GT

Der V6 klingt kernig und sonor und macht mächtig Betrieb, das Auto fühlt sich agil, aber nicht nervös an.

Bei ersten Probefahrten auf dem Kia-Testgelände mit noch heftig getarnten Karosserien gefiel der ziemlich wuchtige Stinger mit einem kräftigen Antritt, einer ausgewogenen Balance und einer erstaunlich direkten Lenkung. Der V6 klingt kernig und sonor und macht mächtig Betrieb, das Auto fühlt sich agil, aber nicht nervös an. Klar, das hier ist kein kleiner, wilder Sportler, sondern eine ausgewachsene, schnelle Fünf-Meter-Limo. "Der Stinger ist anders ausgelegt als alle anderen Kia bisher," sagt Albert Biermann, zuständig für die Abstimmung des Autos, "wir haben zum Beispiel das sehr auf Sicherheit ausgelegte ESP neu abgestimmt und wollten insgesamt mehr Präzision, Kontrolle und Rückmeldung. Er soll eben genau so fahren, wie er aussieht."

Ausstattung: Automatik ist serienmäßig

So scharf ist der Kia GT

Hinterradantrieb ist serienmäßig, auf Wunsch gibt es den Kia Stinger allerdings auch mit Allradantrieb.

Die Technik des Stinger stammt dabei in den Grundzügen vom G80 – einer bei uns nicht verkauften Luxuslimousine der Hyundai-Edelmarke Genesis. Dazu gehört der längs eingebaute Frontmotor, Hinterradantrieb und ein Fahrwerk mit Mc-Pherson-Federbeinen vorn und Mehrlenkerachse hinten. Beim Stinger wird es auf Wunsch auch Allradantrieb (von Magna) mit elektronisch gesteuertem Torque Vectoring geben und erstmalig bei Kia auch elektronisch verstellbare Dämpfer – bei dem sich die Dämpfer vorn und hinten getrennt abstimmen lassen. Das geschieht über verschiedene Fahrmodi. Die regeln auch das Ansprechverhalten der Lenkung und die serienmäßige Achtgang-Automatik-Schaltung mit Schaltwippen am Lenkrad. Die Bremsen kommen von Brembo, wahlweise steht der GT auf 18- oder 19-Zoll-Felgen. 

Serienmäßig kommt der Stinger mit Stabilitätskontrolle, optional hat Kia noch einiges an Assistenten im Angebot: einen Kollisionswarner mit Notbremssystem und Fußgängererkennung, einen Geschwindigkeitsregler, einen Spurthalteassistent, einen Querverkehrassistent, Fernlichtassistent und einen Toter-Winkel-Assistent, außerdem lässt sich bei langsamen Tempo die Umgebung überwachen. Zum ersten Mal bietet Kia in dem Coupé einen Müdigkeitswarner an.

 Das Head-up-Display zeigt neben der Geschwindigkeit noch verschiedene weitere Informationen wie die Lautstärke des Infotainments oder die Navigationsanweisungen an. Per Bluetooth lässt sich das Smartphone koppeln und während der Fahrt induktiv in der Mittelkonsole aufladen.

Motoren: Bis zu 370 PS im Stinger

Als Antrieb stehen zwei Turbo-Benziner zur Verfügung: Ein Zweiliter-Vierzylinder mit 255 PS und einem maximalen Drehmoment von 353 Nm, der den Sprint von 0 auf 100 in 6,0 Sekunden schaffen soll. Und dann noch ein 3,3-Liter-V6 mit 370 PS und einem maximalen Drehmoment von 510 Nm, der in 5,1 Sekunden auf 100 km/h stürmen soll.

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